Sinnes arm

© francesco chiesa – stock.adobe.com
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Depressionen in der Psychotherapie

Mut öffnet die Tür steht weit offen

Der generalisierten Angststörung den Nebel entziehen, der Agoraphobie Grenzen setzen und der Klaustrophobie die Grenzen nehmen. Der sozialen Phobie die Spiegel entreißen. Kleine Ängste beunruhigen, große Ängste lähmen.

Alarmanlage, Rollläden, Gitter, Türen, Schlüssel

Ich habe meine Alarmanlage scharf gestellt. Ich musste es tun, um mich vor äußeren Bedrohungen zu schützen. Das habe ich schon getan, als ich noch ganz klein war.

Damals war vieles so übergroß, so überwältigend. Manches für meinen zarten Körper und meine sanfte Seele auch viel zu grob und hart. Es machte mir einfach Angst. Manchmal haben die Großen meine Zerbrechlichkeit übersehen, vorallem wenn es für sie selbst so überwältigend und grob wurde.
Diese grobe Nähe konnte ich nicht ertragen, so ließ ich die Rollläden hinunter und mauerte Gitter vor die Fenster. Niemand sollte mir zu Nahe kommen. Und so verriegelte ich meine Türen und vor lauter Enttäuschung und Wut habe ich den Schlüssel weggeworfen.

Doch heute wird es mir manchmal zu eng in mir. Und weil ich mich schon damals in mich eingeschlossen habe, ist es in mir recht einsam. Ich habe Angst davor jemanden hereinzulassen, denn ich fürchte, dieser jemand könnte sehen wie es in meinen inneren Räumen aussieht. Ich schäme mich das zu zeigen. Und wenn dieser jemand sogar versuchen würde, etwas in meinen inneren Räumen umzustellen, oder gar seinen Müll darin abzustellen? Nein, das lasse ich nicht zu. Das würde mich wieder bedrohen.

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